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Rudolf Wingenfeld

Unser diesjähriger Kandidat ist im Bereich der Brauchtumspflege, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen im Karneval sehr aktiv.

2009-01-10-pg-068Er selbst war schon als Jugendlicher in Köln im organisierten Karneval tätig. Als echt kölscher Jung arbeitete er für die KaJuJa, der Karnevalsgesellschaft, die ursprünglich für die katholische Jugend gegründet wurde und heute die maßgebliche Organisation für den karnevalistischen Nachwuchs ist.
Dort castete er mit anderen zusammen bereits „De Bläck Fööss“, als deren Musik noch als Krach empfunden wurde.

1977 zog er mit seiner Familie nach Lohmar, und fortan wirkte er auch bei uns im karnevalistischen Treiben maßgeblich mit. Schon früh stellte er den von ihm gegründeten Kinder- und Jugendchor in karnevalistische Dienste.

Spätestens jetzt wissen alle, dass die Rede von Rudolf Wingenfeld ist!

Seine Söhne Martin, Johannes und Gregor und später auch Töchterchen Barbara steckte er alsbald in die jung gegründeten „KAZI“-Kinderfünkchen. In seiner Rolle als Fünkchen-Vater gehörte er dem geschäftsführenden Vorstand des Karnevalistenzirkel Lohmar über mehrere Jahre als Schriftführer an.
Als ihn sein Kinderchor mit wachsendem Erfolg immer mehr in Anspruch nahm, legte er zwar die Aufgaben beim KAZI nieder, nicht aber sein Engagement im Lohmarer Karneval.

Zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden des Kinderchores, Erwin Rußkowski, und anderen fand er 1991 die Zeit, in Lohmar den Kinderkarneval zu beleben.
Sinn und Zweck ist es von Anbeginn, Kindern und Jugendlichen aus Lohmar und Umgebung Möglichkeiten zu bieten, karnevalistisches Treiben sowohl aktiv auf der Bühne als auch einfach nur feiernd im Publikum zu erleben.

Rudi Wingenfeld legte damit den Grundstein für die Entstehung von Nachwuchs-Musikgruppen.
Bereits im ersten Jahr der inzwischen legendären „Pänz, Pänz, Pänz“-Sitzung gründete sich die Nachwuchsband „Höhner-Küken“ um Torben Palm, die heute vor allem im Köln-Bonner Raum als „Kribbelköpp“ angesagt ist.
Und auch die Wurzeln der Mundartmusikgruppe „JOT DROP“, mit ihrem Frontmann Michael Heidl, liegen im Kinder- und Jugendchor.

Seine größten Erfolge hatte Rudi Wingenfeld bereits 1990, als er mit seinen Söhnen Christoph, Martin, Johannes und Gregor die Gesangsgruppe „Die Minifööss“ gründete, die als Apanage ihres großen Vorbildes aus Köln, Lieder der Bläck Fööss perfekt parodierten.
Schnell wurden sie so professionell, dass sie sich als ernst zu nehmende Konkurrenz in „Quanten-Quartett“ umbenennen mussten.

Mit diesem Namen und ihrem Können machte die Gruppe unsere Stadt weit über die Grenzen des Kreises hinaus, sogar bis nach Berlin (1999, 2002) und Kassel (2000, 2003, 2006) bekannt.

Im Jahr 2006 ging der Rektor der Waldschule in den vorgezogenen Ruhestand, und zur gleichen Zeit dankte auch das „Quanten-Quartett“ ab und gab ein grandioses Abschiedskonzert.

Rudolf Wingenfeld ist nicht nur selber aktiv und nicht nur Funktionär. Er lebt den Karneval in Lohmar und macht dieses wunderbare Brauchtum unzähligen Kindern schmackhaft.
Er vermittelt durch seine Chöre, aber auch durch eine der größten und bekanntesten Kinderkarnevalsveranstaltungen im Rhein-Sieg-Kreis, die mittlerweile zum festen Bestandteil des Lohmarer Karnevals zählt, zahlreichen Kindern und Jugendlichen den Spaß und die Freude am und im Karneval.

Seine Bemühungen um das gelebte Brauchtum zahlen sich bereits heute für den Lohmarer Karneval vollends aus. Kinder und Jugendliche werden zu Erwachsenen, die im Karneval ehrenamtlich mitwirken, die sich einbringen und damit das Brauchtum am Leben erhalten.

Inzwischen ist Rudi Wingenfeld beruflich im wohlverdienten Ruhestand und hat es in Köln bei dem Traditionscorps, der KG „Die Altstädter“, bis zum Senator gebracht.

In diesem Jahr wird er leider die für ihn letzte „Pänz, Pänz, Pänz“Sitzung mit seinem Kinder und Jugendchor veranstalten, für die er zusammen mit seiner Ehefrau Martina bis heute als Literat tätig war.

Die Verleihung der höchsten karnevalistischen Auszeichnung Lohmars an Rudolf Wingenfeld, die Verleihung des Ehrenordens goldene „Lühmere Muhr“ ist mehr als verdient. Sie soll unseren Dank zum Ausdruck bringen für alles, was er für den Karneval in Lohmar getan hat.

 

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